Kunst & Gedanken in der Alten Leichenhalle Weißkirchen an der Traun

 

 

Weißkirchen hat eine neue Leichenhalle, die alte hat ausgedient und soll abgerissen werden...

 

Doch bis es soweit ist, steht sie "Kunst & Gedanken" zur Verfügung. Seit kurzem ist bekannt, dass dies nun bis ca. Ende 2020 der Fall sein wird, bis die Umwidmung des Grundstückes vollzogen ist - dem Gemeindevorstand sei für die Möglichkeit herzlich gedankt!

 

Bisher war die Leichenhalle Schauplatz von folgenden Ereignissen, die Menschen bewegten:

 

Dinge des Lebens - 2. Juni 2019

ZIMMER FREI - 6. Oktober 2019

"STILL" - 15. bis 26. Dezember 2019 war der Trickfilm "FSK Nächstenliebe oder das Ding mit dem Mitgefühl" von Linda Blüml (2014) über einen Bildschirm in der Fassade zu sehen und zu hören.

F_ST_N - Ecce Moria - März/April 2020


BUT...FLY?!

Florian Nörl - Textilstein Malerei - 28. Juni bis 12. Juli

Foto (C) Florian Nörl
Foto (C) Florian Nörl

Der Künstler ist anwesend:

Sonntag 5. Juli 15-19 Uhr

17 Uhr : Gespräch mit Florian Nörl & Mag. Gudrun Fuß, Schmetterlingsexpertin, Naturschutzbund OÖ  

  

Ausstellungsdauer:

28. Juni bis 12. Juli

täglich 0-24 h einsehbar 

Zutritt nach Vereinbarung

BUT…FLY?! heißt die aktuelle Ausstellung in der Alten Leichenhalle Weißkirchen und zeigt bis 12. Juli Arbeiten des Linzer Künstlers Florian Nörl. Er hat eine Technik entwickelt, textiles Material zu mineralisieren und nennt es folgerichtig „Textilstein“. Die Textur der Bilder und Objekte erinnert im Detail an barocken Stuccolustro, ein aufwändig hergestelltes Marmorimitat aus Gips, erstaunlicherweise ist die Haptik jedoch textil flauschig.

 

In BUT…FLY?! präsentiert Florian Nörl das Sinnbild des Leichten und Fragilen, zwei Schmetterlingsflügel als überdimensionale textile Versteinerungen. Die Arbeiten vermitteln den Gegensatz zwischen totem Bewahren und flüchtiger Lebendigkeit. Sie konfrontieren uns unmittelbar mit der Frage nach der Verantwortung gegenüber dem Lebendigen und seiner Vielfalt.


F_ST_N  :  23. März bis 25. April 2020

verlängert bis 10. Mai !

Foto (C) Reinhard Jordan
Foto (C) Reinhard Jordan

Zum Jahresauftakt realisiert Reinhard Jordan vom 23. März bis 13. April unter dem Titel „F_ST_N“ eine Raum-Installation mit Bezug zur Fastenzeit. Die Installation ist über ein Fenster rund um die Uhr einsehbar und in den Abendstunden illuminiert. Begehung nach Terminvereinbarung möglich.

Die Installation in der ursprünglichen Form ist aufgrund der aktuellen Corona Maßnahmen leider nicht möglich. Es entsteht derzeit eine Installation unter dem Titel "ecce homo" die sich möglicher Weise im Laufe der nächsten Wochen verändern und erweitern wird...  (Ab 25. März)

Ecce homo

In der christlichen Ikonographie stellt „ecce homo“ den gegeißelten gefangenen Jesus mit Dornenkrone und Purpurmantel dar. Die Darstellung beruft sich auf das Johannesevangelium, das berichtet, wie der römische Stadthalter Pontius Pilatus den gegeißelten und mit Dornen gekrönten Jesus dem Volk vorführt und mit den Worten „ecce homo – siehe der Mensch!“ dessen Unschuld versichert.

„Ecce homo“ will den Menschen auf sein wesentliches, innerstes Selbst verweisen, auf sein Wesen hinter Körperlichkeit, gesellschaftlicher Rolle, Status und Funktion.

Der Corona-Virus verschafft einem großen Teil unserer Gesellschaft auf eigenartige Weise eine Auszeit, ein Innehalten. Wir sind sehr beschäftigt mit unserer Sterblichkeit und der unserer Nächsten. Wir kaufen Lebensmittel auf Vorrat, halten Abstand wenn wir uns begegnen, waschen uns die Hände so oft wie möglich… Und trotzdem sind wir - zurückgeworfen auf uns selbst - beunruhigt, verunsichert, beängstigt!

 

 

 

Ecce Moria

Stahl: ca. 200 x 50 x 6 cm; Textil: 180 x 300 cm

Reinhard Jordan, April 2020

 

 

Verbogene rostige Nägel sind lose verstreut punktuell verbunden und bilden eine Struktur in Form einer menschlichen Silhouette. Die Figur hängt vor einer textilen Fläche mit der Aufschrift „Ecce Moria“.

 

„Ecce Moria“ sucht die Erinnerung an die eigene Sehnsucht nach einem guten Leben wach zu rufen und das Mitgefühl mit jenen, denen die Möglichkeiten dazu nicht geschenkt wurde. Jeder Mensch trägt das Recht und die Würde in sich, ein gutes Leben leben zu dürfen, unabhängig vom zufälligen Geburtsort.

 

Moria ist das traurig berühmte Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos, vor den Toren Europas. Geplant war das Lager für 3000 Flüchtlinge, nun leben hier ca. 24.000 Menschen unter unwürdigsten Bedingungen: Es gibt eine Wasserstelle für ca.1300 Personen, aus dem oft nur stundenweise kaltes Wasser fließt; Für mehr als 200 Personen steht eine Dusche zur Verfügung; 160 Personen müssen sich eine Toilette teilen; Müll türmt sich in stinkenden Bergen, weil es keine geordnete Entsorgung gibt; oft leben und schlafen 6 Personen und mehr in notdürftigen Zelten auf 6m².

 

Traumatische Erlebnisse, die Situation der Ungewissheit der Zukunft, die mangelnde Hygiene vor Ort zehrt an den Menschen, schwächen sie und machen sie krank. Die medizinische Versorgung und Ernährung sind prekär.

 

In Moria und Nebenlagern leben insgesamt ca. 40.000 Menschen, Männer, Frauen und Kinder davon ca. 2000 Kinder unbegleitet. Der Ausbruch von Corona ist nur eine Frage der Zeit. Die Erfüllung der Hygieneempfehlungen zur Eindämmung von Corona - oftmaliges Händewaschen und Abstand halten – ist hier schlicht unmöglich. Die Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln sind der drohenden Corona-Epidemie schutzlos ausgeliefert!

 

Europa, unsere Regierung, muss handeln und die Menschen von den Inseln auf das Festland bringen. Anerkannte Flüchtlinge und unbegleitete Minderjährige müssen weitergebracht werden in Länder der EU, auch nach Österreich! Deutschland und Luxemburg haben vor kurzem zusammen 59 unbegleitete Jugendliche aufgenommen, das ist ein Glück für die betroffenen Kinder und eine schöne Geste, aber ändert leider nichts an der unhaltbaren Gesamtsituation. Nehmen wir unsere eigenen humanitären Grundsätze ernst, jetzt!

 

Bitte Petition unterzeichnen:         #LeaveNoOneBehind

 

Bitte Spenden an Ärzte ohne Grenzen AT43 2011 1289 2684 7600


STILL : 15.Dezember bis 6.Jänner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kunst & Gedanken spürt der sogenannten "stillsten Zeit im Jahr" nach und zeigt täglich einen kleinen, aber berührenden Film zum Thema Nächstenliebe, täglich einsehbar über ein Fenster... 

Gezeigt wurde ein Trickfilm der vielseitigen Künstlerin Linda Blüml, Berlin 2014:

 

FSK Nächstenliebe - oder das Ding mit dem Mitgefühl

 

(3:43 min - youtube link)

 

 


ZIMMER_FREI  - 6. Oktober 2019

KUNST & GEDANKEN in der Alten Leichenhalle findet seine Fortsetzung:

 

6. Oktober 2019, Ausstellung 14:00 - 21:00 Uhr, Gespräch 19:00 Uhr

 

Bibiana Weber, Pichl bei Wels, Mixed Media & Otto Hainzl, Linz, Fotografie

Peter Deinhammer, Lambach, Clavichord

Agape, Wein & Brot

 

Foto (C) Valerie Rosenburg, 2019
Foto (C) Valerie Rosenburg, 2019

KUNST & GEDANKEN - 2. Juni 2019 - Alte Aufbahrungshalle Weißkirchen

KUNST & GEDANKEN am 2 Juni hat die anwesenden Menschen bewegt und auch den Gemeindevorstand: Die Halle steht für weitere Begegnungen von Kunst und Gedanken zur Verfügung, wofür ich mich auch im Namen der vielen UnterstützerInnen bei den EntscheidungsträgerInnen sehr herzlich bedanke! 

 

Besonders bedanken möchte ich mich bei den Mitwirkenden des bewegenden Ereignisses und dem Publikum, das so zahlreich und offen der Feierstunde beiwohnte und auch die Unterstützung für eine Weiterführung des Projekts KUNST & GEDANKEN in der Alten Leichenhalle durch eine Unterschrift kund taten.

 

Und wenn Elisabeth Fellinger nicht den Anstoß für diese erste entscheidende Veranstaltung gegeben hätte, wäre es nicht passiert! Danke Elisabeth!